1. Mai-Grillfest & Einweihungsfeier der neuen Hütte

Aktuelles vom 13. May 2017


„Neuer Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaft“ - Einweihung einer genehmigungsfreien Grillhütte im Außenbereich in Ober-Nauses 

Im kleinsten Otzberger Ortsteil Ober-Nauses können sich die Bürgerinnen und Bürger über „einen neuen Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaft“ freuen, wie die Vorsitzende des gastgebenden örtlichen Feuerwehrvereins, Elke Spatz-Dascher, bei der Einweihung einer genehmigungsfreien Grillhütte im Außenbereich auf dem ehemaligen Löschteichgelände im Rahmen der Feier zum 1. Mai in ihren Grußworten betonte. Besonders willkommen hieß sie Landrat Klaus Peter Schellhaas, Otzbergs Bürgermeister Matthias Weber und Andreas Niedermaier, Vorstandsmitglied der Entega. „Mir kommt es heute auf etwas anderes an“, sagte die Vorsitzende zu Beginn ihrer Ansprache, die die zahlreichen Gäste über die Vorgeschichte des Feuerwehrvereins, der aus der Freiwilligen Feuerwehr dieser Ortschaft entstand, und dann über das Grillhütten-Projekt informierte. Der Vereinszweck habe sich verändert. „Wir sind keine Feuerwehr mehr, sondern möchten die Tradition im Ort pflegen und auch die Räume erhalten, die uns seit Jahrzehnten von der Gemeinde anvertraut sind. Aber wir fühlen uns unseren Mitgliedern und Vorgängern verpflichtet, deshalb haben wir uns für den Namen Feuerwehrverein entschieden.“ Auch weiterhin werde die Jugendfeuerwehr Hering unterstützt, mit der man seit Jahren freundschaftlich verbunden sei.

Warum sie das hier und heute erzähle, fragte die Vorsitzende und hatte auch gleichzeitig die Antwort parat: „Weil wir ohne diese Vorgeschichte und Einstellung nicht hier wären und dies, was die Gäste hier sehen nie hätten erreichen können.“ Der Feuerwehrverein zähle rund 65 Mitglieder, aber nur eine Handvoll Aktive. Die würden tun, was sie könnten, aber die Möglichkeiten seien sehr begrenzt. Deshalb habe sich der Feuerwehrverein bewusst entschieden, Geld in die Hand zu nehmen, um dieses Projekt zu realisieren und die seit Jahren anhängige Genehmigung für das Gelände inklusive Spielplatz zu forcieren, zumal es im letzten Jahr die Möglichkeit gegeben habe, diese Grillhütte zu bekommen und von den auszubildenden Berufsfeuerwehrleuten der Handwerkskammer Rhein-Main aufbauen zu lassen. Elke Spatz-Dascher vermutete, dass sich Bürgermeister Matthias Weber wahrscheinlich in seinen Urlaub zurückgewünscht hätte, als er nach seiner Rückkehr Mitte August erstmals von diesem Vorhaben hörte. Denn es schien fast unmöglich, innerhalb von einigen Wochen eine Genehmigung zu erhalten, die alle notwendigen Instanzen durchlaufen hatte. Dabei fiel der Vorsitzenden ein sehr lustiger Vergleich eines Freundes ein, der kürzlich meinte, dass ihn Nauses und seine Bewohner an das kleine gallische Dorf von Asterix und Obelix erinnere: Wenn woanders noch viel geredet und überlegt werde, packe man in Nauses an. „Also ich nehme das mal als Kompliment“, fügte die Vorsitzende hinzu.

Weiter erfuhren die Gäste von ihr, dass nach einigen spannenden Wochen, gefüllt mit Sitzungen, Abstimmungen und noch mehr Gesprächen, es tatsächlich geschafft worden war, denn am 4. Oktober des letzten Jahres begann der Aufbau, nachdem zwei Wochen vorher die Bodenplatte gegossen wurde. Die angehenden Berufsfeuerwehrleute hätten sich mächtig ins Zeug gelegt und wurden hier natürlich entsprechend herzlich empfangen und bewirtet.

Für den Feuerwehrverein sei klar gewesen, dass hier ein Schmuckstück entstehen sollte und die Arbeit danach noch lange nicht beendet war. Da dies mit der eigenen Arbeitskraft nicht bewältigt werden konnte, beauftragte der Feuerwehrverein das Vereinsmitglied Rudolf Dascher mit der Fertigstellung, der nicht nur sein Fachwissen und handwerkliches Geschick einfließen ließ. Durch seine Verbundenheit mit dem Projekt habe er seine guten Ideen so umgesetzt, dass hier ein neuer Mittelpunkt der dörflichen Gemeinschaft entstand, lobte die Vorsitzende die hervorragende Unterstützung. Durch die Integration des ehemaligen „Pumpenhäuschens“ für den ehemaligen Löschteich gebe es hier nun ein Ensemble, das sich gut ergänze und sowohl für öffentliche Veranstaltungen als auch für private Feiern optimal genutzt werden könne. Der Feuerwehrverein Ober- und Schloß-Nauses habe mittlerweile mehrere tausend Euro in dieses Projekt investiert und sei sehr froh, dazu in der Lage gewesen zu sein. Dies verdanke der Verein dem umsichtigen und sparsamen Umgang der vorherigen Generation mit dem Vereinsvermögen und der langen Vereinstradition. „Nach vielen Gesprächen, Geduld, Arbeit, Spaß und Geldfluss können wir heute die neue Löschteichhütte zum ersten Mal in Betrieb nehmen. Wir sind stolz darauf, dieses Projekt zum Abschluss gebracht zu haben und freuen uns auf die zukünftige Nutzung in dieser schönen Umgebung“, so Elke Spatz-Dascher, die abschließend im Namen des Vorstandes allen dankte, die in irgendeiner Form an diesem Projekt beteiligt waren und es möglich machten, allen voran natürlich Bürgermeister Matthias Weber, der von vornherein hinter dem Feuerwehrverein stand. Der Verein teilte seine Freude über das Gelingen der gesamten Maßnahme mit allen Gästen, die einen Gruß aus Nauses, überreicht vom Feuerwehrverein, mit nach Hause nahmen.

„In der Tat, es war spannend gewesen“, beschrieb Bürgermeister Matthias Weber die Zeitspanne bis zur Realisierung des Projektes auf dem ehemaligen Löschteichgelände, das durch das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept, kurz IKEK genannt, den Anstoß erhielt. Er berichtete von bürokratischen Hürden, die zu überwinden waren, wobei er auch die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes erwähnte und die Einmütigkeit aller Beteiligten mit den Worten „alle waren dafür“ lobte. Dass nun die Grillhütte stehe sei einzig und allein dem Feuerwehrverein Ober- und Schloß-Nauses zu verdanken, wofür es lebhaften Applaus der Gäste gab. Der Bürgermeister nannte lobend Rudolf Dascher, der vorneweg rannte und sich extrem engagiert habe. Aber auch die Kommunalpolitiker hätten ausnahmslos dieses Projekt unterstützt. Er dankte allen für die beispiellose Zusammenarbeit und versprach seine weitere Hilfe und dafür zu sorgen, dass die nächste Generation „ganz entspannt“ feiern könne.

Landrat Klaus Peter Schellhaas sprach dann dem Feuerwehrverein sein Kompliment aus und fand es wichtig, dass es Plätze und Räume gebe, wo sich die Menschen treffen könnten. Er bezeichnete die Realisierung der Grillhütte als gute Entscheidung des Vereins. Zu seinem Besuch der Maifeier des Feuerwehrvereins meinte der Landrat, dass ihn sein schlechtes Gewissen nach Ober-Nauses getrieben habe. Er sei nun seit sieben Jahren Landrat und leider noch nicht in diesem Otzberger Ortsteil gewesen, allerdings in Schloß-Nauses beim Wandern. Scherzend tadelte er sich mit den Worten: „Das ist eine Schande“. Er bat die Anwesenden um Entschuldigung und Nachsicht. Mit den Worten „lieber ein Onkel, der was mitbringt, als eine Tante, die Klavier spielt“ übergab er Elke Spatz-Dascher für die weitere Vereinsarbeit eine Zuwendung mit dem abschließenden Versprechen, am 1. Mai wieder einmal zu kommen.

Trotz der nassen Witterung am Maifeiertag hatten die Helfer des Feuerwehrvereins alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Besucher zu bewirten.  

 

geschrieben von: Hans-Fritz Lang, Schloß-Nauses